Die geistigen Grundlagen des Projektes
»WillensBekundung«
 
I.
Das Projekt steht auf der Grundlage der europäischen Geistesentwicklung. Diese ist seit der Mitte des 20. Jahrhunderts in wesentlichen ihrer Elemente auch das Fundament alle jener Staaten der Erde geworden, die in ihren Verfassungen und Lebensäußerungen die Menschenrechte und die Konventionen der Vereinten Nationen [UN] anerkennen. Wo es einerseits noch Widersprüche zwischen diesen Ideenzusammenhängen und verbindlichen Vereinbarungen und andererseits noch Disproportionen in den politischen, kulturellen, sozialen, monetären und wirtschaftlichen Gegebenheiten der globalisierten Weltwirklichkeit gibt, will die Initiative WillensBekundung mit ihrem geistigen Impuls und mit ihren konkreten politischen Projekten zur Überwindung solcher Asymetrien und zur Beseitigung ihrer Ursachen beitragen.

II.
Die Berufung auf die bezeichnete Strömung der europäischen Geistesgeschichte - also jene, welche beispielsweise zu der [humanistisch geprägten] Frucht der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte [1948] geführt hat - bedeutet nicht Missachtung oder Geringschätzung aussereuropäischer Kulturtraditionen mit ihren Philosophien, Religionen oder Wissenschaften. Nur »das Ganze ist das Wahre«, sagt Hegel – nicht zuletzt in menschheitlicher Hinsicht. Wie viele wechselseitige Befruchtungen hat es in den Jahrtausenden der aufblühenden und wieder vergehenden Zivilisationen schon gegeben, und das wird auch künftig so sein!

III.
Gleichwohl erachtet es die Initiative WillensBekundung als Tatsache dass in unserer Epoche die Staaten und Gemeinwesen aller Kontinente – wie sonst auch ihre kulturellen und zivilisatorischen Identitäten sein mögen – als gemeinsamen Standort jene Prinzipien anerkennen, die das Fundament der UN bilden. Weitere Ausgestaltungen dieser Entwicklungsrichtung sind nach unserem Verständnis von der Würde des Menschen nicht nur möglich, sondern bleibende Aufgabe. Auch diesen Zielen wollen die einzelnen Projekte des »Formates WillensBekundung« dienen.

IV.
Die nachstehende Liste führt zu solchen Texten, deren Ideen, Einsichten und Erscheinungsformen als aus vielen Jahrhunderten stammende philosophische, wissenschaftliche, künstlerische oder auch religiöse Quellen zu der Substanz zählen, aus welcher sich die geistigen Grundlagen der Initiative WillensBekundung im oben genannten Sinn bilden – was natürlich nicht für alle einzelnen Formulierungen gilt; sie sind ja immer auch zeitbedingt und persönlichkeitsspezifisch. Für Vorschläge zur Aufnahme entsprechender, dem Humanismus verpflichteter Dokumente aus allen Kulturen sind wir dankbar
[Kontakt].


Pico della Mirandola - Ăśber die WĂĽrde des Menschen [1486]
Immanuel Kant - Was ist Aufklärung? [1784]
Friedrich Schiller - Was heiĂźt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte? [1789]
Joseph Beuys - Aufruf zur Alternative [1978]
Jakob und Wilhelm Grimm - Freiheit [aus
»Wörterbuch der deutschen Sprache«, 1878] - Der Froschkönig und Die Sterntaler [aus »Kinder- und Hausmärchen«, 1812] - Vergrößerte Bildelemente
Nikolaus von Flüe - Über die Aufgabe der einzelnen Völker
im »Gesamtplan des Abendlandes« - Näheres zu Bruder Klaus
Franz Brentano - Die Schweiz, Europa und die ganze Erde

 


 

 

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